HealthyTipps für SchwangereWerdende Eltern 1 Nadine Hell März 28, 2025
Wenn du schwanger bist, steht plötzlich so vieles im Raum: Hoffnung, Vorfreude – aber vielleicht auch Unsicherheit und Fragen. Besonders dann, wenn dir dein Arzt oder deine Ärztin sogenannte pränataldiagnostische Untersuchungen vorschlägt. Was steckt eigentlich dahinter? Was solltest du wissen – und was darfst du auch bewusst nicht wissen wollen?
Pränataldiagnostik bezeichnet spezielle Untersuchungen während der Schwangerschaft, die über die regulären Vorsorgeuntersuchungen hinausgehen. Ihr Ziel ist es, Auffälligkeiten beim ungeborenen Kind zu erkennen – etwa genetische Besonderheiten, Fehlbildungen oder vererbbare Erkrankungen.
Wichtig: Diese Untersuchungen gehören nicht automatisch zur normalen Schwangerschaftsvorsorge. Sie werden meist zusätzlich angeboten, wenn es einen medizinischen Anlass gibt oder du als Schwangere es wünschst.
Dreimal ist Ultraschall ohnehin vorgesehen – zur Feststellung des Geburtstermins, zur Beobachtung der Organentwicklung und zur Kontrolle der Lage des Babys. Doch dabei kann oft mehr sichtbar werden: etwa Hinweise auf ein sogenanntes Down-Syndrom oder einen offenen Rücken (Neuralrohrdefekt).
Die Grenzen zwischen „normaler Vorsorge“ und Pränataldiagnostik sind deshalb fließend. Deshalb ist es so wichtig, dass du verstehst, was warum untersucht wird – und ob du es überhaupt wissen möchtest.
Damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst, ist eine umfassende Aufklärung durch die Ärztin oder den Arzt verpflichtend. Diese sogenannte informierte Zustimmung bedeutet: Du bekommst erklärt, worum es geht, was untersucht wird, welche Risiken bestehen – und was ein mögliches Ergebnis bedeuten könnte.
Doch genauso hast du ein Recht auf Nicht-Wissen. Wenn du lieber unbeschwert schwanger sein möchtest, ohne dich mit „Was-wäre-wenn“-Szenarien zu belasten, darfst du das klar sagen. Ärztinnen und Ärzte müssen deinen Wunsch respektieren – auch wenn sie dich über auffällige Befunde aufklären müssten, sofern du keine gegenteilige Erklärung abgegeben hast.
Ob du pränataldiagnostische Untersuchungen machen lassen willst oder nicht – diese Entscheidung ist oft alles andere als leicht. Sie kann Fragen aufwerfen wie:
Was bedeutet ein auffälliger Befund für unser Leben?
Könnten wir mit einer Behinderung gut umgehen?
Würden wir im Ernstfall einen Abbruch in Betracht ziehen?
In solchen Momenten hilft eine unabhängige Schwangerschaftsberatungsstelle weiter. Diese Beratungen sind vertraulich, kostenlos – und du hast sogar einen Rechtsanspruch darauf (laut Schwangerschaftskonfliktgesetz). Auch werdende Väter können mitkommen und Fragen stellen. Gemeinsam könnt ihr sortieren, was euch wichtig ist.
Du hast dich für eine Untersuchung entschieden? Dann weißt du sicher schon: Manchmal dauert es Tage oder Wochen, bis Ergebnisse vorliegen. Und manchmal sind sie nicht eindeutig. Diese Zeit kann zermürbend sein.
Gerade in dieser Phase kann psychosoziale Beratung enorm entlasten. Du kannst über deine Sorgen sprechen, dich vorbereiten – oder auch einen Plan B im Kopf entwickeln, für den Fall, dass etwas Unerwartetes herauskommt.
Manche Befunde verändern alles. Wenn dein Kind wahrscheinlich eine Erkrankung oder Behinderung haben wird, tauchen neue, große Fragen auf. Was jetzt? Wie wird unser Leben aussehen? Traue ich mir das zu?
Auch dann stehst du nicht alleine da. Schwangerschaftsberatungsstellen begleiten dich – egal, ob du dich für das Kind entscheidest oder dich schweren Herzens gegen die Fortsetzung der Schwangerschaft entscheidest. Auch nach einer medizinisch begründeten Abtreibung helfen dir die Beraterinnen und Berater, das Erlebte zu verarbeiten.
Und falls du dich für dein Kind entscheidest: Es gibt Selbsthilfegruppen, spezialisierte Einrichtungen und Unterstützungsangebote, die dir den Weg mit einem besonderen Kind erleichtern.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:
Nicht-invasiven Verfahren, also Untersuchungen ohne Eingriff in deinen Körper:
Ultraschall (z. B. zur Nackentransparenzmessung)
Bluttests wie der Ersttrimester-Test oder Triple-Test
DNA-Bluttests (z. B. auf Trisomien – oft privat zu zahlen)
Invasiven Verfahren, bei denen eine Probe aus deinem Körper entnommen wird:
Chorionzottenbiopsie (aus der Plazenta)
Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)
Nabelschnurpunktion
Invasive Verfahren sind genauer, tragen aber ein gewisses Risiko – etwa für eine Fehlgeburt. Auch hier gilt: Lass dich gut beraten, bevor du dich entscheidest.
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die regulären Vorsorgeuntersuchungen und pränataldiagnostische Maßnahmen nur dann, wenn ein medizinischer Grund vorliegt – zum Beispiel ein auffälliger Befund oder besondere Risiken durch frühere Schwangerschaften.
Alle anderen Untersuchungen zählen zu den sogenannten IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen) und werden privat abgerechnet. Frage also vorab nach den Kosten – und überlege in Ruhe, ob du diese Tests wirklich möchtest.
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