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Wenn Ängste die Schwangerschaft und das Familienleben belasten – Was werdende und junge Eltern wissen sollten

Eine Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit – voller Vorfreude, aber auch voller Veränderungen. Plötzlich tragen werdende Eltern eine große Verantwortung. Gedanken kreisen: Wird mit meinem Baby alles gut sein? Bin ich bereit für diese Aufgabe? Wie schaffen wir das finanziell?

Diese Sorgen sind normal. Doch was, wenn die Ängste überhandnehmen? Wenn sie den Schlaf rauben, den Alltag bestimmen oder sogar die Freude auf das Baby trüben? Angststörungen nehmen zu – und sie betreffen auch Schwangere und junge Eltern.

Wie kann man mit diesen Ängsten umgehen? Wo liegt die Grenze zwischen „normaler Sorge“ und einer behandlungsbedürftigen Angststörung? Und was hilft wirklich?

Schwangerschaft und Geburt – Eine emotionale Achterbahnfahrt

Schon vor der Geburt durchleben werdende Eltern eine Achterbahn der Gefühle. Die Hormone verändern sich, der Körper wandelt sich, das Leben steht vor einem gewaltigen Umbruch. Kein Wunder, dass Ängste in dieser Zeit besonders häufig auftreten.

  • Gesundheitliche Sorgen: „Geht es dem Baby gut? Werde ich die Geburt gut überstehen?“
  • Lebensveränderungen: „Wie wird unser Alltag mit Baby aussehen? Werde ich eine gute Mutter/ein guter Vater sein?“
  • Finanzielle und berufliche Unsicherheiten: „Wie schaffen wir das finanziell? Was bedeutet das für meinen Job?“
  • Partnerschaft: „Wie verändert sich unsere Beziehung, wenn das Baby da ist?“

Viele werdende Mütter und Väter kennen diese Gedanken. Doch für manche wird daraus eine erdrückende Angst, die sie nicht mehr loslässt.

Wann wird Angst zur Belastung?

Es ist normal, sich Gedanken über das neue Leben als Eltern zu machen. Doch Angst kann krank machen, wenn sie:

  • ständig präsent ist und sich kaum noch beruhigen lässt
    den Alltag bestimmt (z. B. durch Schlaflosigkeit, ständiges Grübeln, Vermeidungsverhalten)
  • sich körperlich zeigt (Herzrasen, Schwindel, Zittern, Unruhe)
  • dazu führt, dass man das Leben nicht mehr genießen kann

Besonders häufig treten in der Schwangerschaft und nach der Geburt zwei Formen der Angststörung auf:

1. Generalisierte Angststörung

Betroffene machen sich über alles Sorgen – und das oft ohne realen Grund. Ein Beispiel: Eine Schwangere liest einen Bericht über eine schwierige Geburt und ist danach überzeugt, dass sie selbst eine gefährliche Komplikation erleben wird, obwohl ihr Arzt keine Bedenken hat.

2. Postpartale Angststörung (nach der Geburt)

Nach der Geburt kämpfen viele Frauen mit Ängsten. Sie fürchten, dass ihrem Baby etwas passieren könnte, dass sie als Mutter versagen oder dass sich ihr Leben nie wieder normal anfühlen wird. Diese Ängste können sich bis hin zu Panikattacken steigern und sogar eine sogenannte postpartale Depression begleiten.

Warum treten Ängste in dieser Zeit so häufig auf?

Die Kombination aus hormonellen Veränderungen, körperlichen Belastungen, Schlafmangel und einem komplett neuen Alltag kann überwältigend sein. Hinzu kommt oft gesellschaftlicher Druck: Überall sieht man glückliche Eltern – aber kaum jemand spricht über die Unsicherheiten und Ängste, die viele erleben.
Und nicht nur Mütter sind betroffen. Auch Väter können unter Ängsten leiden: Sie fühlen sich oft für die finanzielle Sicherheit der Familie verantwortlich oder haben Angst, den Erwartungen nicht gerecht zu werden.

Wie kann man mit Ängsten in der Schwangerschaft und als junge Familie umgehen?

1. Sich selbst erlauben, Angst zu haben

Angst bedeutet nicht, dass man „schwach“ ist oder als Eltern versagt. Sie ist eine natürliche Reaktion auf eine große Veränderung. Der erste Schritt ist, die eigenen Gefühle anzunehmen: „Ja, ich habe Angst – und das ist okay.“

2. Sich nicht isolieren

Viele Betroffene schämen sich für ihre Ängste und sprechen nicht darüber. Doch gerade in dieser Lebensphase ist Austausch wichtig! Sprich mit deinem Partner, mit Freund:innen, mit anderen Eltern oder einer Hebamme. Schon das kann entlasten.

3. Negative Gedanken hinterfragen

Angst hat oft eine verstärkende Wirkung: „Was, wenn die Geburt gefährlich wird?“ führt schnell zu „Was, wenn ich mein Baby verliere?“. Hier hilft es, sich selbst zu fragen: Wie realistisch ist meine Sorge? Was spricht dagegen?

4. Sich bewusst entspannen

Atemübungen, Yoga für Schwangere, Meditation oder ein Spaziergang – kleine Rituale helfen, den Körper und Geist zu beruhigen. Wichtig ist, regelmäßig kleine Entspannungspausen in den Alltag einzubauen.

5. Sich gut informieren – aber nicht überfluten

Viele Schwangere und junge Eltern googeln jede Kleinigkeit. Doch das kann Ängste verstärken! Lieber auf vertrauenswürdige Quellen setzen und sich gezielt informieren – aber nicht jede Horrorgeschichte aus dem Internet auf sich beziehen.

6. Den Fokus auf das Positive lenken

Ja, es gibt Herausforderungen – aber auch unglaublich viele schöne Momente. Statt sich nur auf Sorgen zu konzentrieren, hilft es, jeden Tag bewusst positive Dinge zu suchen: Was lief heute gut? Was hat mich zum Lächeln gebracht?

7. Professionelle Hilfe annehmen, wenn nötig

Wenn Ängste so stark sind, dass sie das Leben einschränken, kann therapeutische Unterstützung helfen. Gesprächstherapie oder spezielle Angstbewältigungsprogramme können Betroffene dabei unterstützen, aus der Spirale auszubrechen. Hebammen, Frauenärzte oder Psychologen sind gute erste Anlaufstellen.

Fazit: Angst gehört dazu – aber sie darf nicht überhandnehmen

Elternsein ist eine große Veränderung – und es ist völlig normal, sich Sorgen zu machen. Doch wenn Ängste das Leben dominieren, ist es wichtig, etwas dagegen zu tun.

Du bist nicht allein mit deinen Sorgen. Und vor allem: Du bist gut genug – so, wie du bist.

Und falls die Ängste doch zu groß werden: Es gibt immer Unterstützung – sei es durch dein Umfeld, durch Fachleute oder durch kleine Schritte, die du selbst gehen kannst. Du musst das nicht alleine schaffen.

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