Die Röteln-Embryopathie ist eine schwere Folgeerkrankung, die entstehen kann, wenn sich eine schwangere Frau im ersten Drittel der Schwangerschaft mit dem Rötelnvirus infiziert. Das Virus überwindet die Plazentaschranke und infiziert den Fötus. Besonders zwischen der 1. und 12. Schwangerschaftswoche ist das Risiko für schwere Fehlbildungen extrem hoch, kann aber bis zur 20. Woche andauern.

Die klassischen Folgen sind Herzfehler, Linsentrübung (Katarakt) und Innenohrschwerhörigkeit. Daneben können Entwicklungsverzögerungen, ein zu kleiner Kopf (Mikrozephalie) oder Wachstumsstörungen auftreten. Nicht jedes infizierte Kind entwickelt die volle Embryopathie, aber das Risiko für bleibende Schäden ist hoch.

Vor der Einführung der Impfung in den 1970er-Jahren war die Röteln-Embryopathie eine der gefürchtetsten Infektionen in der Schwangerschaft. Heute ist sie in vielen Ländern selten geworden, kommt aber in Regionen ohne flächendeckende Impfprogramme noch vor. Sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt, wenn du unsicher bist, ob dein Impfschutz ausreicht. Die STIKO empfiehlt die MMR-Impfung vor einer geplanten Schwangerschaft (rki.de).