Stilldemenz ist ein umgangssprachlicher Begriff für die Gedächtnislücken und Konzentrationsschwierigkeiten, die viele Mütter während der Stillzeit erleben. Es handelt sich nicht um einen medizinischen Fachbegriff und nicht um eine Krankheit, sondern um ein temporäres Phänomen.
Die Ursachen sind vielfältig. Schlafmangel durch nächtliches Stillen beeinträchtigt die Gedächtnisleistung. Gleichzeitig verändern sich die Hormonspiegel nach der Geburt erheblich: Östrogen und Progesteron sinken, während Prolaktin und Oxytocin ansteigen. Hinzu kommt die mentale Belastung der neuen Verantwortung, die die Konzentrationskapazität schmälert.
Typisch sind kleine Alltagsaussetzer: verlegte Schlüssel, vergessene Termine, Schwierigkeiten beim Konzentrieren. Diese Symptome beginnen häufig in den ersten Wochen nach der Geburt und verschwinden normalerweise, wenn sich der Schlaf-Wach-Rhythmus stabilisiert oder die Stillzeit endet.
Anhaltende oder stark ausgeprägte Gedächtnisstörungen können jedoch ein Zeichen für postpartale Depression oder andere Belastungen sein und sollten mit der Hebamme oder einem Arzt besprochen werden.

