Der Dammschnitt, medizinisch Episiotomie, ist ein kontrollierter Schnitt in den Damm (das Gewebe zwischen Scheide und After), der während der Geburt den Weg für dein Baby erweitert. Anders als der Dammriss, der spontan und unregelmäßig entsteht, verläuft der Schnitt gerade oder schräg und lässt sich gezielt versorgen.
Wann er vorkommt
Ein Routineeingriff ist der Dammschnitt längst nicht mehr. Der Berufsverband der Frauenärzte (frauenaerzte-im-netz.de) nennt Geburtsstillstand, den Einsatz von Saugglocke oder Zange sowie Anzeichen von Sauerstoffmangel beim Kind als typische Gründe. Betroffen sind vor allem Erstgebärende, deren Gewebe weniger gedehnt ist. Reicht auch das nicht aus, wird manchmal ein Kaiserschnitt (Sectio) nötig.
Wie er eingeordnet wird
Man unterscheidet zwei Schnittführungen. Den medianen Schnitt, gerade nach unten, der leichter heilt, aber häufiger in tiefere Risse übergeht. Und den mediolateralen Schnitt, schräg zur Seite, der als risikoärmer gilt. Beide werden meist unter lokaler Betäubung kurz vor der Geburt des Kopfes gesetzt. Spürbar ist dabei eher Druck als Schmerz.
Zu den möglichen Folgen zählen Nachblutungen und Infektionen, seltener anhaltende Beschwerden beim Sitzen oder beim Sex. Halten Schmerzen, Rötung oder Fieber länger als ein paar Tage an, ist das ein Grund, das mit der Hebamme oder in der Frauenarztpraxis abklären zu lassen. Wie sich ein Dammschnitt vorbeugen lässt und was in der Heilungsphase hilft, liest du im Ratgeber zu Geburtspositionen und zur Geburtsvorbereitung.

