Die Eltern-Kind-Bindung ist die emotionale Verbindung, die sich zwischen einem Kind und seinen Bezugspersonen entwickelt. Sie zeigt sich nicht in einem bestimmten Verhalten, sondern in der Verfügbarkeit und Verlässlichkeit der Eltern über Zeit hinweg.
Eine Bindung unterscheidet sich von einer Beziehung. Eine Beziehung beschreibt die Interaktion zwischen zwei Menschen, Bindung meint das tiefe Vertrauen und die emotionale Sicherheit, die ein Kind zu wenigen, dafür zuverlässigen Bezugspersonen aufbaut.
Bindungsstile
Kinder entwickeln unterschiedliche Bindungsmuster. Sicher gebundene Kinder suchen bei Stress Nähe, lassen sich trösten und erkunden danach wieder selbstbewusst ihre Umwelt. Unsicher gebundene Kinder zeigen entweder Vermeidung (wirken unabhängig, sind aber innerlich angespannt) oder Ambivalenz (klammern, lassen sich schwer beruhigen). Desorganisierte Bindung entsteht, wenn Kinder widersprüchliche Erfahrungen mit ihren Bezugspersonen machen.
Die Bindungstheorie wurde von dem britischen Kinderpsychiater John Bowlby begründet. Er zeigte, dass Bindung ein biologisches Grundbedürfnis ist. Die Forschung der Psychologin Mary Ainsworth hat später verschiedene Bindungsmuster systematisch beschrieben.
Bindung entsteht durch wiederholte Erfahrungen von Nähe, Hautkontakt und zuverlässiger Fürsorge. Sie wird nicht nur zur Mutter aufgebaut, sondern auch zu anderen konstanten Bezugspersonen wie dem Vater oder anderen Pflegepersonen. Die Psychologie der frühen Kindheit hat gezeigt, dass Feinfühligkeit der Eltern – das heißt, ihre Fähigkeit, die Signale des Kindes zu verstehen und angemessen zu reagieren – entscheidender ist als perfekte Erziehung (kindergesundheit-info.de).
Wenn du merkst, dass die Bindung zu deinem Kind gestört sein könnte, sprich mit deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt.
Wie du die Bindung im Alltag stärkst, erfährst du in unserem Ratgeber Die Bindung zum Kind stärken.
