Eine Gedeihstörung liegt vor, wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum deutlich zu wenig Gewicht zunimmt, in der Körpergröße stagniert oder im Kopfumfang zurückbleibt. Es handelt sich also nicht um eine einzelne Messung, sondern um eine erkannte Abweichung vom erwarteten Wachstumsverlauf über Wochen oder Monate.

Das unterscheidet sich von isoliertem Untergewicht oder Kleinwuchs: Eine Gedeihstörung ist eine kombinierte Wachstumsverzögerung mehrerer Parameter gleichzeitig. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 5–10 % aller Kinder in den ersten Lebensjahren davon betroffen sind.

Die Ursachen können organisch sein (Herzfehler, Stoffwechselstörungen, Magen-Darm-Erkrankungen), ernährungsbedingt (Stillprobleme, falsche Zubereitung von Säuglingsnahrung) oder psychosozial (fehlende emotionale Zuwendung, familiärer Stress). Betroffene Kinder wirken oft müde und weniger interessiert an ihrer Umwelt.

Eine Gedeihstörung wird durch regelmäßige Messungen von Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang sowie durch Wachstumskurven erkannt. Wenn dein Kind über längere Zeit nicht ausreichend zunimmt, sollte dein Kinderarzt oder deine Hebamme das abklären. Die BZgA bietet Informationen zu Wachstum und Entwicklung.