Zahnen bezeichnet den Vorgang, bei dem die Milchzähne durch das Zahnfleisch nach oben treten und sichtbar werden. Die Zahnanlagen selbst sind da schon lange vorhanden, sie bilden sich bereits vor der Geburt im Kiefer. Beim Zahnen geht es also nicht um das Wachsen der Zähne, sondern um den letzten Schritt: das Durchbrechen.

Insgesamt sind es 20 Milchzähne. Bis alle da sind, vergehen ungefähr zweieinhalb Jahre, meist ist das Milchgebiss zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag vollständig. Der erste Zahn zeigt sich bei den meisten Babys zwischen dem sechsten und achten Monat, häufig ein unterer Schneidezahn. Manche Kinder haben schon mit drei Monaten den ersten Zahn, andere erst deutlich nach dem ersten Geburtstag. Beides liegt innerhalb dessen, was Kinderärztinnen und Kinderärzte als unauffällig einordnen. Auch die Reihenfolge folgt einem groben Muster, weicht aber bei vielen Kindern davon ab.

Spürbar wird das Zahnen meist nicht durchgehend, sondern in Schüben: in den Tagen, manchmal bis zu zwei Wochen, bevor ein einzelner Zahn tatsächlich durchbricht. Danach beruhigt sich vieles wieder, bis der nächste Zahn an der Reihe ist. Erkennbar ist diese Zeit oft an vermehrtem Speichelfluss, geröteten oder geschwollenen Stellen am Kiefer und dem Bedürfnis, auf Dingen herumzukauen. Manche Babys schlafen dabei unruhiger oder essen weniger, manche zeigen eine leicht erhöhte Temperatur, die sich von echtem Fieber unterscheidet. Ob diese Temperatur wirklich vom Zahnen kommt oder nur zeitlich damit zusammenfällt, ist in der Forschung nicht abschließend geklärt. Wie stark ein Kind das alles spürt, ist sehr unterschiedlich. Manche Babys durchlaufen die ganze Phase, ohne dass Eltern viel davon mitbekommen. Andere spüren jede Zahnspitze.

Hohes Fieber, Durchfall oder Hautausschlag gelten fachlich nicht als Folge des Zahnens. Wenn solche Beschwerden auftreten, sind die Kinderarztpraxis oder deine Hebamme die richtige Anlaufstelle, weil dahinter meist etwas anderes steckt. Einen Überblick zur Zahnentwicklung findest du bei den Kinder- und Jugendärzten im Netz.

Die Beschwerden selbst sind unter Zahnungsbeschwerden genauer erklärt.