Ich stehe in der Küche, mein Sohn hämmert mit dem Löffel auf den Tisch, weil das Frühstück nicht schnell genug kommt, und dann rieche ich den Kaffee meines Mannes. Mir wird schlagartig übel. Zwei Wochen vorher hatte ich den positiven Test in der Hand gehalten und noch gedacht, so schnell wird man das doch nicht merken. Falsch gedacht. Die 6. Schwangerschaftswoche hat es in sich, auch wenn von außen noch gar nichts zu sehen ist.
Wie die Wochen genau gezählt werden und warum du in Woche 6 eigentlich erst seit vier Wochen “richtig” schwanger bist, erklären wir ausführlich im Beitrag zu den Schwangerschaftswochen (SSW). Hier soll es darum gehen, was diese Woche konkret mit dir macht.
Was du in der 6. SSW spürst
Bei mir war es die Übelkeit, die zuerst kam. Bei anderen ist es vor allem die Müdigkeit, so eine bleierne Erschöpfung, die sich nicht wegschlafen lässt. Häufig kommt beides zusammen dazu:
- Ziehen oder Spannen in der Brust, oft stärker als vor der Periode
- häufigerer Harndrang, auch nachts
- leichte Krämpfe im Unterbauch, ähnlich wie bei Regelschmerzen
- Stimmungsschwankungen, die dich selbst überraschen
Nicht jede Frau merkt in Woche 6 überhaupt etwas. Manche berichten erst ab der 8. oder 9. Woche von Symptomen, manche fast gar nicht. Das hat nichts mit dem Verlauf der Schwangerschaft zu tun, sondern einfach mit unterschiedlichen Hormonspiegeln und wie jeder Körper darauf reagiert.
Zur Übelkeit selbst haben wir zwei Beiträge, die tiefer reingehen: einen dazu, ob Übelkeit wirklich schon ab der 1. Woche beginnen kann, und einen mit konkreten Hausmitteln, die bei Übelkeit in der Schwangerschaft wirklich helfen. Falls die Übelkeit so stark wird, dass du kaum noch trinken kannst, ist das ein Grund, mit deiner Frauenärztin oder deiner Hebamme zu sprechen. Das muss nicht bis zur nächsten Vorsorge warten.
Wie groß ist dein Baby in der 6. Woche
Der Embryo misst jetzt etwa vier bis sechs Millimeter, ungefähr so groß wie ein Reiskorn. Klingt nach nichts, aber genau in dieser Woche legt sich schon viel an: das Neuralrohr, aus dem später Gehirn und Rückenmark werden, erste Ansätze von Armen und Beinen, und eben das Herz. Wie sich das alles Schritt für Schritt entwickelt, haben wir im Beitrag Vom Embryo zum Baby genauer aufgeschrieben.
Schlägt das Herz schon in der 6. SSW?
Ja, meistens fängt das Herz genau in dieser Zeit an zu schlagen, oft zwischen der 5. und 6. Woche. Ob man es im Ultraschall schon sieht, ist eine andere Frage. Das hängt stark davon ab, wie genau der errechnete Termin stimmt und an welchem Tag der 6. Woche du gerade bist. Manchmal sieht man in der 6. Woche schon ein flackerndes Herz, manchmal noch gar nichts, und dann folgt eine Kontrolle eine Woche später. Beides ist normal. Laut frauenärzte-im-netz.de ist es völlig üblich, dass der erste Nachweis erst zwischen der 6. und 7. Woche gelingt, manchmal auch später.
Ein sichtbarer Herzschlag ist tatsächlich ein gutes Zeichen, weil er zeigt, dass sich die Schwangerschaft entwickelt. Aber ein fehlender Herzschlag in Woche 6 bedeutet noch keine schlechte Nachricht. Oft ist die Schwangerschaft einfach ein paar Tage jünger als angenommen, gerade wenn der Zyklus unregelmäßig war.
Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt in dieser Woche?
Das ist die Frage, die viele am meisten beschäftigt, gerade nachts, wenn man wach liegt und jedes Ziehen im Bauch analysiert. Ehrlich gesagt: Das frühe erste Trimester ist die Zeit mit dem höchsten Risiko, das stimmt. Laut gesundheitsinformation.de endet ein relevanter Teil der Schwangerschaften vor der 12. Woche, oft bevor die Frau überhaupt von der Schwangerschaft weiß. Mit jeder Woche, die vergeht, sinkt das Risiko spürbar. Ein bestätigter Herzschlag senkt es zusätzlich.
Was du selbst tun kannst, um das zu beeinflussen: eigentlich nichts. Das ist frustrierend, aber ehrlich. Die meisten frühen Fehlgeburten haben mit der Chromosomenverteilung der Eizelle zu tun, nicht mit Sport, Kaffee oder Stress. Bei Blutungen oder starken Schmerzen solltest du trotzdem nicht abwarten, sondern dich bei deiner Frauenärztin melden. Das gilt auch nachts oder am Wochenende, dann eben in der Klinik.
Was jetzt guttut
In Woche 6 ist noch nicht die Zeit für große Entscheidungen. Es reicht, wenn du auf deinen Körper hörst. Wenn du müde bist, leg dich hin, auch mittags, auch wenn das Kind vier ist und eigentlich keinen Mittagsschlaf mehr macht. Iss, was du verträgst, auch wenn es drei Tage lang nur Zwieback und Apfelschorle ist. Das pendelt sich meistens wieder ein.
Für die erste Zeit insgesamt, nicht nur diese eine Woche, haben wir außerdem Tipps fürs erste Schwangerschaftsdrittel zusammengestellt, falls du noch mehr wissen willst, was in den nächsten Wochen auf dich zukommt.
Bei mir war die 6. Woche die, in der ich zum ersten Mal beim Zähneputzen würgen musste. Unschön, aber im Rückblick auch irgendwie der Moment, in dem es für mich real wurde. Vorher war es ein Strich auf einem Test. Ab da war es ein Körper, der sich spürbar veränderte.
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