Der Test lag noch auf dem Wannenrand, als ich zum ersten Mal “SSW 5” gegoogelt habe. Zwei Striche, dann diese Zahl, mit der ich nichts anfangen konnte. Fünfte Woche wovon eigentlich? Bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich stundenlang gerechnet, bis ich verstanden habe, dass die Zählung schon vor der eigentlichen Befruchtung beginnt. Falls dir das auch schwerfällt: Wie genau Schwangerschaftswochen berechnet werden, erklären wir ausführlich im Glossarbeitrag zu den SSW. Hier geht’s um das, was in dieser konkreten Woche mit dir und in dir passiert.
Was in der fünften Schwangerschaftswoche gerade passiert
In der fünften Schwangerschaftswoche bist du meist gerade erst über den positiven Test hinweg, manchmal ein paar Tage danach. Der Embryo ist zu diesem Zeitpunkt winzig, kaum größer als ein Sesamkorn. Trotzdem tut sich einiges: Neuralrohr, Herz und erste Organanlagen bilden sich in diesen Tagen. Wie sich das Ganze von der Eizelle zum fertigen Baby entwickelt, haben wir in Vom Embryo zum Baby im Detail beschrieben, das lohnt sich, wenn du wissen willst, was in den nächsten Wochen noch kommt.
Für dich selbst fühlt sich in der fünften Woche oft noch wenig nach Schwangerschaft an. Manche Frauen merken gar nichts. Andere spüren schon deutlich, dass sich etwas verändert hat.
Symptome in der 5. Schwangerschaftswoche: Was normal ist
Die Symptome in der 5. Schwangerschaftswoche unterscheiden sich von Frau zu Frau stark, das ist keine Floskel, sondern wirklich so. Typisch sind:
- ein Ziehen im Unterleib, ähnlich wie vor der Periode
- Spannen in der Brust
- ungewohnte Müdigkeit, auch tagsüber
- ein empfindlicherer Geruchssinn
- leichte Übelkeit, bei manchen auch schon deutlicher
Wenn dich die Übelkeit schon jetzt beschäftigt: Wir haben uns in einem eigenen Beitrag genauer angeschaut, ob Übelkeit wirklich schon ab der ersten Woche beginnen kann oder ob das eher ein Mythos ist.
Manche Frauen berichten auch von gar nichts. Kein Ziehen, keine Übelkeit, nur die zwei Striche auf dem Test. Das ist genauso normal. Die Bandbreite in dieser frühen Phase ist einfach groß, und aus dem Fehlen von Symptomen lässt sich nichts über den Verlauf der Schwangerschaft ableiten.
Ultraschall in der 5. SSW: Was man da überhaupt schon sieht
Viele fragen sich, ob beim Frauenarzt in der 5. SSW schon etwas zu erkennen ist. Die ehrliche Antwort: eher wenig. In der fünften Woche ist meist erst die Fruchthöhle im Ultraschall sichtbar, manchmal auch schon der Dottersack. Ein Herzschlag lässt sich in der Regel erst ab der sechsten, oft eher siebten Woche darstellen. Deshalb legen viele Praxen den ersten großen Vorsorgetermin auch etwas später, meist zwischen der achten und zehnten Woche. Wann welche Untersuchungen sinnvoll sind, kannst du bei frauenaerzte-im-netz.de nachlesen.
Falls du also schon in der fünften Woche zum ersten Termin gehst und nicht viel zu sehen ist: Das ist normal, kein Grund zur Sorge. Bei Blutungen oder starken Schmerzen solltest du dich unabhängig von der Woche trotzdem immer bei deiner Frauenärztin oder Hebamme melden, lieber einmal zu oft als zu wenig.
Was du in dieser Woche besser vermeidest
Ganz konkret: Alkohol und Rauchen gehören in dieser Phase nicht mehr dazu, auch wenn du es noch nicht sicher wusstest, als du das letzte Glas Wein getrunken hast. Das muss dich nicht in Panik versetzen, aber ab jetzt ist ein guter Zeitpunkt, ganz darauf zu verzichten. Die BZgA fasst auf kindergesundheit-info.de zusammen, warum das gerade in den ersten Wochen wichtig ist.
Auch bei rohem Fleisch, rohem Fisch und unpasteurisierten Milchprodukten lohnt sich jetzt etwas mehr Vorsicht, wegen des Listerien- und Toxoplasmose-Risikos. Genaue Hinweise dazu findest du beim Bundesinstitut für Risikobewertung. Medikamente solltest du in dieser Zeit nicht einfach nach altem Muster weiternehmen, sondern lieber kurz mit deiner Ärztin oder Hebamme abklären, auch bei Dingen, die dir harmlos erscheinen wie Schmerzmittel oder Erkältungspräparate.
Was du jetzt tun kannst, ganz praktisch
Viel musst du in der fünften Woche noch nicht organisieren. Ein Termin bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt steht an, falls noch nicht geschehen. Folsäure ist jetzt sinnvoll, falls du nicht schon vorher damit angefangen hast. Und sonst: hör auf deinen Körper. Wenn du müde bist, leg dich hin. Wenn dir übel ist, iss kleine Portionen über den Tag verteilt statt drei große Mahlzeiten.
Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Kauf dir noch keine Umstandsmode. Das kommt später, viel später. In der fünften Woche brauchst du eher Geduld als Ausstattung.
Und die Frage, die eigentlich zu einer ganz anderen Woche gehört
Manche landen bei der Suche nach SSW 5 auch bei der Frage, in welchem Monat die 20. Schwangerschaftswoche liegt. Kurz beantwortet: Die 20. SSW entspricht etwa dem fünften Monat, du bist dann ungefähr in der Mitte deiner Schwangerschaft. Das liegt daran, dass ein Schwangerschaftsmonat nicht exakt vier Wochen hat, sondern etwas mehr, die Monate und Wochen laufen also nie ganz synchron. Wie die Umrechnung genau funktioniert und warum sie so oft für Verwirrung sorgt, erklären wir ausführlicher im Glossarbeitrag zu den Schwangerschaftswochen.
In der fünften Woche liegt das aber noch weit vor dir. Erstmal reicht es, wenn du dich an den Gedanken gewöhnst, dass da gerade wirklich etwas wächst, auch wenn du davon vielleicht noch kaum etwas spürst.
Foto: Nataliya Vaitkevich auf Pexels



