Eine Milchpumpe braucht nicht jede Mutter dauerhaft. Manche pumpen nur ab, weil ihr Baby anfangs zu schwach saugt, andere überbrücken eine Trennung durch Arbeit oder Krankenhausaufenthalt, wieder andere wollen einfach flexibler werden, weil der Partner auch mal füttern soll. In all diesen Fällen stellt sich irgendwann die Frage: eine Pumpe kaufen oder lieber mieten?

Wann sich Mieten überhaupt anbietet

Mieten lohnt sich vor allem dann, wenn du die Pumpe voraussichtlich nur wenige Wochen brauchst. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn dein Baby zu früh geboren wurde und noch nicht selbst an der Brust trinken kann, oder wenn eine vorübergehende Erkrankung das Stillen erschwert. Wer dagegen über Monate regelmäßig abpumpt, etwa weil sie früh in den Job zurückkehrt, fährt mit einer eigenen Pumpe oft günstiger und unkomplizierter. Es gibt hier keine feste Regel, ab wann sich das eine oder andere rechnet. Die meisten Familien, mit denen ich spreche, entscheiden das nach Gefühl und nach dem, was der Anfang gerade verlangt.

Wo du eine Milchpumpe mieten kannst und was es kostet

Mietpumpen bekommst du in der Apotheke, im Sanitätshaus und bei einigen Online-Anbietern, die die Pumpe per Post verschicken. In der Apotheke lohnt sich vorher ein Anruf, nicht jede Filiale hat Mietgeräte vorrätig, größere Apotheken mit Sanitätsfachhandel schon eher.

Die Miete selbst kostet meist zwischen 15 und 30 Euro im Monat, je nach Modell und Anbieter. Dazu kommt ein eigenes Milchset (Schläuche, Flansch, Flasche), das du kaufen musst, da es aus Hygienegründen nicht mitvermietet wird. Das schlägt noch einmal mit etwa 15 bis 25 Euro zu Buche. Manche Apotheken verlangen zusätzlich eine Kaution für das Pumpengehäuse, die du bei Rückgabe wiederbekommst.

Was die Krankenkasse übernimmt

Wenn ein medizinischer Grund vorliegt, etwa weil dein Baby zu früh geboren wurde oder nicht ausreichend trinkt, kann die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die Miete übernehmen. Dafür braucht es eine Verordnung von deiner Frauenärztin, deinem Kinderarzt oder deiner Hebamme. Ohne diesen medizinischen Grund, also wenn du zum Beispiel nur berufsbedingt abpumpen willst, zahlst du meist selbst. Der Berufsverband der Frauenärzte erklärt, wann eine Verordnung sinnvoll ist und wie der Weg über die Kasse läuft. Am einfachsten ist es, das direkt bei der Hebammensprechstunde oder beim ersten Nachsorgetermin anzusprechen, statt es später nachzuholen.

Wie lange dauert es, bis 100 ml in der Flasche sind

Das ist eine der Fragen, bei denen ich am meisten Vergleichsdruck herausnehmen möchte. Manche Frauen pumpen 100 ml in zehn Minuten ab, andere brauchen dafür 30 bis 40 Minuten, an manchen Tagen auch länger. Das hängt von der Tageszeit ab, davon, wie voll die Brust gerade ist, wie sehr der Körper an die Pumpe statt an das Baby gewöhnt ist, und schlicht auch vom individuellen Milchspendereflex. Ein niedriger Wert beim Abpumpen sagt nichts darüber aus, wie viel dein Baby tatsächlich trinkt, wenn es direkt an der Brust saugt. Die BZgA weist darauf hin, dass die abgepumpte Menge kein verlässliches Maß für die gesamte Milchproduktion ist. Wenn du unsicher bist, ob genug Milch da ist, ist das ein Thema für die Hebamme, nicht für den Vergleich mit anderen Müttern.

Hygiene: eigenes Set, fremde Pumpe

Bei Mietpumpen zirkuliert das Gehäuse durch mehrere Hände, das Milchset dagegen ist immer neu und gehört dir allein. Wichtig ist, dass die Milch beim Abpumpen nicht in den Motor gelangen kann, moderne Mietgeräte sind dafür mit einer geschlossenen Membran ausgestattet. Achte beim Anbieter darauf, dass es sich um ein sogenanntes geschlossenes System handelt, offene Systeme sind für die Mehrfachnutzung durch verschiedene Personen nicht geeignet. Im Zweifel fragst du einfach in der Apotheke nach, welches Modell sie verleihen und ob es dafür zertifiziert ist.

Mieten oder kaufen: eine Entscheidung ohne Patentrezept

Es gibt keine Formel, die für alle passt. Wer nur zwei oder drei Wochen überbrücken muss, für die ist Kaufen oft unnötig teuer. Wer sich vorstellen kann, auch beim zweiten oder dritten Kind wieder abzupumpen, für die rechnet sich eine eigene Pumpe langfristig eher. Manche entscheiden sich auch für einen Mittelweg: erst mieten, und wenn sich abzeichnet, dass es länger dauert, doch noch kaufen. Das ist unkompliziert, wenn du beim gleichen Anbieter bleibst.

Wenn die Milchpumpe zur Flasche führt

Sobald abgepumpte Milch regelmäßig aus der Flasche kommt, stellen sich neue Fragen, zum Beispiel welche Flasche und welcher Sauger zum Baby passen. Mehr dazu findest du im Beitrag zur Flaschenfütterung. Wenn zusätzlich zur Muttermilch auch Fertignahrung ins Spiel kommt, lohnt sich ein Blick auf die Unterschiede zwischen Pre-, 1er- und 2er-Nahrung. Und weil das Füttern aus der Flasche für viele Eltern anfangs mit Unsicherheit verbunden ist, ob die Nähe zum Baby dabei nicht zu kurz kommt, haben wir dazu einen eigenen Beitrag geschrieben: Flaschenernährung mit Herz. Er zeigt, dass Nähe nicht an der Brust hängt, sondern daran, wie du das Füttern gestaltest.