Abort ist der medizinische Fachbegriff für eine Schwangerschaft, die vor der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche endet, meist weil sich der Embryo oder Fötus nicht weiterentwickelt. Hörst du das Wort im Sprechzimmer, ist meistens einfach die Fehlgeburt gemeint, beide Begriffe bezeichnen dasselbe.
Wichtig ist die Abgrenzung zum Schwangerschaftsabbruch. Ein Abort (auch Spontanabort) passiert von selbst, ohne dass jemand eingreift. Ein Schwangerschaftsabbruch wird bewusst herbeigeführt und ist in Deutschland nach §218 StGB geregelt. Zwei verschiedene Vorgänge, auch wenn sie im Alltag oft vermischt werden.
Je nachdem, wann es passiert, begegnen dir weitere Begriffe. Endet die Schwangerschaft vor der 12. bis 13. Woche, ist von einem Frühabort die Rede, der häufigsten Form. Zwischen der 12. und 24. Woche heißt es Spätabort. Ab der vollendeten 24. Woche zählt es rechtlich nicht mehr als Abort, sondern als Totgeburt. Manchmal hat sich eine Schwangerschaft schon beendet, ohne dass du es an Blutung oder Schmerzen merkst. Das nennt man Missed Abort, verhaltener Abort. Erst der Ultraschall zeigt dann, dass kein Herzschlag mehr da ist. Erlebst du drei oder mehr Aborte hintereinander, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einem habituellen Abort.
Wie häufig das vorkommt, überrascht viele. Der Berufsverband der Frauenärzte geht davon aus, dass grob 15 bis 20 von 100 festgestellten Schwangerschaften in einem Abort enden. Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich höher, weil sehr frühe Aborte oft nur als kräftigere Periode wahrgenommen werden. Viele merken das gar nicht.
Falls du Blutungen oder ziehende Schmerzen im Unterbauch bemerkst, kann das ein Anzeichen sein, manchmal kommt Gewebeabgang dazu. Nicht jede Blutung in der Frühschwangerschaft bedeutet gleich einen Abort, auch ein geplatztes Gefäß am Muttermund kommt infrage. Deshalb gehört jede Blutung in ärztliche Abklärung, im Zweifel noch am selben Tag bei deiner Frauenärztin oder Hebamme.
Unter 500 Gramm besteht für dich keine Pflicht zur standesamtlichen Eintragung, du kannst dich aber beraten lassen, ob du das trotzdem möchtest. Für die meisten ist ein Abort ohnehin kein rein medizinisches Ereignis. Es bleibt ein Verlust, auch wenn er sehr früh passiert.

